Struktur vor Theme
Ein gekauftes Theme sieht in der Demo immer gut aus, weil die Demo-Produkte dafür gebaut wurden. Deshalb steht am Anfang die Frage, wie Ihr Sortiment sich gliedert und wie Kunden danach suchen. Das Theme folgt daraus.
Shopify nimmt Ihnen Hosting, Zahlungsanbindung, Sicherheit und Updates ab. Das ist ein echtes Argument, wenn niemand im Haus einen Shop technisch betreuen kann oder will. Bezahlt wird das mit einer monatlichen Gebühr und mit Grenzen bei sehr eigener Produktlogik.
Kein System passt überall. Diese Fälle sprechen gegen Shopify, und dann sage ich das auch:
Ein gekauftes Theme sieht in der Demo immer gut aus, weil die Demo-Produkte dafür gebaut wurden. Deshalb steht am Anfang die Frage, wie Ihr Sortiment sich gliedert und wie Kunden danach suchen. Das Theme folgt daraus.
In Shopify sind Kollektionen der Ort, an dem organische Sichtbarkeit entsteht. Eine Kollektion ohne eigenen Text und ohne sinnvolle Überschrift ist eine verschenkte Einstiegsseite.
Der Checkout ist bei Shopify weitgehend vorgegeben, aber die Wege dorthin nicht: Versandkosten, Verfügbarkeit und Lieferzeit müssen sichtbar sein, bevor jemand in den Warenkorb legt, nicht danach.
Preisangabenverordnung, Grundpreise, Widerrufsrecht und Versandkostenangabe sind in einem international ausgelegten System nicht von selbst korrekt. Das gehört vor den Start geprüft, nicht nach der ersten Abmahnung.
Wenn Shopify nicht passt, kommen diese Wege infrage:
WordPress betreibt einen großen Teil des Webs, und genau das ist Fluch und Segen: Für jedes Problem gibt es ein Plugin, und nach zwei Jahren hat die Seite dreißig davon, ist langsam und angreifbar.
Zu WordPressShopware lohnt sich ab dem Punkt, an dem ein Baukasten anfängt zu ächzen: viele Varianten, Preise je Kundengruppe, Staffelungen, eine Warenwirtschaft im Hintergrund.
Zu ShopwareTYPO3 ist aufwendiger im Aufbau als jedes andere System auf dieser Seite, und das ist kein Nachteil, sondern der Preis für etwas, das die anderen nicht können: getrennte Rechte, echte Sprachhierarchien und eine Redaktionsstruktur, die auch bei fünfzig Redakteuren nicht auseinanderfällt..
Zu TYPO3Neben der Grundgebühr kommen Transaktionsgebühren und meist mehrere Apps dazu. Vor dem Start sollte man die Apps zusammenrechnen, die tatsächlich gebraucht werden: Dabei kippt die Rechnung gegenüber einem selbst gehosteten Shop je nach Umfang in die eine oder andere Richtung.
Ja, aber es ist Arbeit. Produkte und Kunden lassen sich exportieren, Bestellhistorie und individuelle App-Daten nur teilweise. Wer einen Wechsel für möglich hält, sollte von Anfang an sparsam mit Apps sein, die eigene Daten halten.
Technisch solide, mit zwei bekannten Eigenheiten: doppelte URLs für Produkte in mehreren Kollektionen und eine feste URL-Struktur, die sich nicht frei gestalten lässt. Beides ist mit Canonicals und sauberer interner Verlinkung beherrschbar, man muss es nur wissen.
Shopify, wenn der Betrieb einfach bleiben soll und die Produktlogik überschaubar ist. Shopware, sobald Kundengruppen, Staffelpreise oder eine führende Warenwirtschaft ins Spiel kommen. Der Unterschied liegt nicht im Aussehen, sondern darin, wie weit sich das System an Ihre Abläufe anpassen lässt.
Unsicher, ob Shopify das richtige System ist? Fragen Sie mich, ich ordne das gern ein, auch wenn die Antwort ein anderes System ist.