Was ist Digital Freestyle?
Digital Freestyle ist mein Name für die Art, wie ich Digitalisierung angehe: ohne Lastenheft und ohne Auftrag anfangen, im laufenden Betrieb bauen und an der Wirklichkeit korrigieren, statt monatelang abzustimmen. Der Ablauf ist immer derselbe: beobachten, den Engpass in Zahlen benennen, einen lauffähigen Prototyp bauen, ihn in Betrieb nehmen und nachschärfen. Freestyle bezieht sich auf den Start ohne Vorlage, nicht auf das Vorgehen: Die Inventur-App der cetrac GmbH ist so entstanden, ebenso die Rechner-Produktlinie EasyFlow und die Katalog-Pipeline.
Was heißt Digitalisierung bei Ihnen konkret?
Dass ein Ablauf danach schneller, nachvollziehbarer und weniger fehleranfällig ist als davor, und dass die Daten dort landen, wo sie gebraucht werden. Nicht der Kauf einer Software, sondern die Veränderung des Ablaufs. Ein Beispiel: Aus einer jährlichen Papierinventur wurde bei der cetrac GmbH eine laufende Bestandsführung, weil die Zählung auf dem Handy passiert und die Zahlen direkt ins Warenwirtschaftssystem gehen.
Arbeiten Sie nur auf Zuruf oder bringen Sie eigene Vorschläge mit?
Beides, der Schwerpunkt liegt aber auf eigenen Vorschlägen. Die meisten Projekte, die ich vorzeigen kann, hat niemand beauftragt: Die Inventur-App, die Rechner-Produktlinie EasyFlow und die Katalog-Pipeline sind entstanden, weil mir im laufenden Betrieb aufgefallen ist, wo Zeit verloren geht.
Wie lange dauert ein erstes Ergebnis?
Ich arbeite auf einen lauffähigen Prototyp hin, nicht auf ein Konzeptpapier. Je nach Umfang liegt zwischen dem ersten Gespräch und etwas Benutzbarem meist eine Sache von Wochen, nicht von Quartalen. Erst wenn der Prototyp im Alltag besteht, wird ausgebaut.
Brauche ich dafür neue Hardware oder ein neues System?
In der Regel nicht. Die Inventur-App läuft auf den Diensthandys, die ohnehin da sind, es musste kein einziges Handgerät gekauft werden. Bestehende Systeme werden angebunden statt ersetzt, solange sie ihren Zweck erfüllen.
Was passiert mit dem bestehenden Warenwirtschaftssystem?
Es bleibt, wenn es tragfähig ist, und bekommt saubere Schnittstellen. Wo Datenmodell oder Abläufe im Weg stehen, wird umgebaut statt ersetzt. Entscheidend ist, dass Bestand, Artikel und Anfragen nicht mehr an mehreren Stellen doppelt gepflegt werden.
Setzen Sie KI ein, und wofür genau?
Ja, als Werkzeug für wiederkehrende Arbeit: Recherche, Textproduktion in mehreren Sprachen, Datenaufbereitung und die Kontrolle der eigenen Ergebnisse. Entschieden wird von Menschen. KI ersetzt bei mir keine Fachlichkeit, sie macht die Vorarbeit, die sonst niemand schafft.
In welchen Sprachen arbeiten Sie?
Trilingual auf Spanisch, Deutsch und Englisch. Für internationale Projekte heißt das Landes-Adaption statt wörtlicher Übersetzung, mit eigener Keyword-Recherche je Zielmarkt. Für cetrac.com habe ich sieben Sprachversionen im Alleingang aufgesetzt.