Digital Freestyle // Digitalisierung

Digitalisierung, die nicht auf ein Briefing wartet

In fast jedem Unternehmen weiß man, welche Abläufe zu lange dauern. Was fehlt, ist jemand, der den Engpass benennt, die Lösung baut und sie so lange begleitet, bis sie im Alltag wirklich benutzt wird. Genau das mache ich, meist bevor jemand danach fragt.

Digital Freestyle

Vier Schritte, immer dieselben

Digital Freestyle ist mein Name für eine Arbeitsweise, nicht für ein Produkt: ohne Lastenheft anfangen, im laufenden Betrieb bauen, an der Wirklichkeit korrigieren. Freestyle heißt nicht planlos. Es heißt, dass die Reihenfolge feststeht, aber nicht das Ergebnis, und dass gebaut wird, während andere noch abstimmen.

  • Beobachten. Mitlaufen im echten Ablauf, nicht im Organigramm. Wo wird abgetippt, wo wird gesucht, wo entstehen dieselben Daten zweimal?
  • Benennen. Den Engpass in Zahlen fassen: Stunden, Fehlerquote, Durchlaufzeit. Damit die Entscheidung nicht Geschmackssache bleibt.
  • Bauen. Ein lauffähiger Prototyp statt eines Konzeptpapiers. Lieber in zwei Wochen etwas Benutzbares als in sechs Monaten eine Präsentation.
  • Betreiben. In Betrieb nehmen, messen, nachschärfen. Ein System, das niemand benutzt, ist kein Projekt, sondern Aufwand.
Projekte

Selbst angestoßen, selbst gebaut, im Einsatz

cetrac // Lager und Inventur

Inventur-App: jedes Handy wird zum Scanner

Als ich gesehen habe, dass sich die Mitarbeiter mit Stift und Zettel aufmachen, um abertausende Einzelteile zu zählen, lief es mir kalt den Rücken runter. Also habe ich mich hingesetzt und die App gebaut.

Selbst entwickelt: Die App macht aus jedem vorhandenen Diensthandy einen Barcode- und Strichcode-Scanner, ohne dass ein einziges Handgerät gekauft werden musste. Mitarbeitererfassung, Standort und Zeiterfassung laufen mit, das Zählprotokoll wird direkt auf dem Handy unterschrieben, und die Zahlen gehen ins Warenwirtschaftssystem. Ergebnis: Jeden Abend steht der Live-Bestand, jeden Morgen wird er auf die Website eingespielt. Aus einer Stichtagsinventur auf Papier ist eine laufende Bestandsführung geworden. Konzept, Entwicklung und Einführung komplett selbst gemacht: 15.162 Artikel im Stamm, 15.161 hinterlegte Barcodes, zwei Lagerstandorte.

  • Flächeneinteilung des kompletten Lagers, damit jedem Produkt ein genauer Standort zugeordnet ist statt einer ungefähren Ecke; die Flächenschilder tragen QR-Codes, die App liest sie
  • Barcode- und Strichcode-Scan über die Handykamera, keine zusätzliche Hardware
  • Mitarbeitererfassung, Standort- und Zeiterfassung pro Zählvorgang
  • Zählprotokoll digital unterschrieben, direkt auf dem Gerät
  • Anbindung an das Warenwirtschaftssystem statt Abtippen aus Zähllisten
  • Live-Bestand jeden Abend, automatische Übergabe an die Website am Morgen
15.162Artikel im Stamm
15.161hinterlegte Barcodes
2Lagerstandorte
CETRAC Inventur-App: Artikel wählen, mit Etikett scannen, Teil bestimmen und Erfassung ohne Zuordnung
Erfassung starten: Etikett scannen oder Teil über die Suche bestimmen
CETRAC Inventur-App: Artikelsuche mit Trefferliste aus dem Artikelstamm
Zwei bis drei Zeichen genügen, gesucht wird in Nummer und Bezeichnung
cetrac // TYPO3 12

Relaunch von cetrac.com

Neue Informationsarchitektur, neu geschnittene Kategorie- und Produktstruktur, Solr-gestützte Suche im Shop. Redesign gemeinsam mit Philipp Schade und Stephan Gonder, Konzept, Steuerung und Qualitätssicherung bei mir.

cetrac // 7 Sprachen

Sieben Sprachversionen im Alleingang

Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch redaktionell komplett live, mit KI-Unterstützung direkt im TYPO3-Backend. Keine wörtliche Übersetzung, sondern Landes-Adaption mit eigener Keyword-Recherche je Zielmarkt und konsistenten hreflang-Angaben.

cetrac // eigene Produktlinie

EasyFlow, Rechner als Leadmaschine

Fünf kostenlose Rechner plus Gerüstmanager, sieben Sprachen inklusive Hebräisch mit Rechts-nach-links-Layout, auf eigenem Hetzner-Server mit Docker und Caddy. Selbst initiiert, selbst gebaut, selbst betrieben. Presseveröffentlichung im bauhandwerk-Newsletter des Bauverlags, bestätigt für August 2026.

cetrac // Katalog 2026

Katalog-Pipeline statt Layout-Handarbeit

Eigene Generator-Pipeline in Python und WeasyPrint: 68 Teile, 324 Vektorgrafiken, druckfertiges CMYK-PDF aus einer Datenquelle. Ändert sich ein Artikel, ändert sich der Katalog, ohne dass jemand eine Seite neu setzt.

Laufender Betrieb

Was jeden Tag von allein mitläuft

Digitalisierung endet nicht mit dem Projekt. Diese Routinen laufen dauerhaft und halten den Betrieb aktuell, ohne dass jemand daran denken muss.

KI-Agenten als Werkzeug, nicht als Spielerei

Wiederkehrende Arbeit übernehmen orchestrierte KI-Agenten: Recherche, Textproduktion in fünf Sprachen, Datenaufbereitung, Kontrolle der eigenen Ergebnisse. Der Mensch entscheidet, der Agent liefert die Vorarbeit. So wird eine Ein-Personen-Digitalabteilung überhaupt erst möglich.

Leaderfassung, die nichts mehr verliert

Produktanfragen aus dem Livesystem landen wieder nachweisbar im Postfach, mit einer verbindlichen Quelle statt verteilter Eingänge. Der Altbestand wurde aufgearbeitet und ausgewertet, sodass zum ersten Mal sichtbar ist, welche Produkte tatsächlich Anfragen erzeugen.

Reporting, das ohne Zutun aktuell ist

Ein Radar für Leads und Sichtbarkeit fasst Rankings, Zugriffe, Kampagnen und Anfragen an einer Stelle zusammen. Die Werte werden automatisch nachgetragen, nicht monatlich zusammengesucht. Wer hineinschaut, sieht den Stand von heute, nicht den vom letzten Quartal.

Morgenlage: der Tag beginnt mit Zahlen

Ein geplanter Lauf zieht jeden Werktagmorgen die Kennzahlen aus Analytics, Search Console und den Kampagnen, trägt sie ein und meldet, was auffällt. Kein manuelles Öffnen von vier Oberflächen, keine Woche, in der ein Einbruch unbemerkt bleibt.

Wochenübersicht statt Statusmeeting

Der Stand aller laufenden Projekte aktualisiert sich abends selbst und steht jederzeit abrufbar bereit. Was erledigt ist, was hängt und woran es hängt, ist damit eine Frage des Hinschauens, nicht des Nachfragens.

Schwerpunkte

Womit ich in Unternehmen anfange

Abläufe

Prozessautomatisierung

Wiederkehrende Handarbeit abschaffen: Datenübernahmen, Listen, Freigaben, Berichte. Erst messen, wo die Zeit hingeht, dann automatisieren, was sich lohnt. Der Maßstab ist eingesparte Zeit, nicht die Zahl der Tools.

Daten

Warenwirtschaft, ERP und Schnittstellen

Bestände, Artikelstamm und Anfragen an einer Stelle statt in vier Tabellen, die niemand mehr abgleicht. Bestehende Systeme werden angebunden und umgebaut, nicht reflexhaft ersetzt: Ein Systemwechsel kostet meist mehr als die saubere Schnittstelle, die gefehlt hat.

KI

KI im Unternehmen, ohne Buzzword-Bingo

KI-Agenten für Recherche, Texte in mehreren Sprachen, Datenaufbereitung und die Kontrolle der eigenen Ergebnisse. Konkrete Aufgaben statt Strategiepapier, messbare Entlastung, klare Grenze: Entschieden wird von Menschen, der Agent macht die Vorarbeit.

Lager

Inventur und Bestandsführung

Zählen auf dem Handy statt auf Papier, Flächeneinteilung mit echten Standorten statt ungefährer Ecken, Live-Bestand statt Stichtag einmal im Jahr. Ohne neue Hardware, weil die Diensthandys reichen, die ohnehin da sind.

Beratung

Analyse, die nicht bei der Empfehlung aufhört

Eine Empfehlung ist erst dann etwas wert, wenn jemand sie auch umsetzen kann. Deshalb gehört für mich zur Analyse dazu, den Weg dorthin zu bauen und die Leute einzuweisen, die danach damit arbeiten.

Sichtbarkeit

Digitale Präsenz, die Anfragen bringt

Website, Shop und Sichtbarkeit gehören zur Digitalisierung. Was intern sauber läuft, muss außen auch gefunden werden, sonst optimieren Sie Prozesse für Anfragen, die nie ankommen. SEO, SEA, AEO und GEO als eine Aufgabe.

Zu Sichtbarkeit 3.0
FAQ // Digitalisierung

Häufige Fragen zur Digitalisierung

Was ist Digital Freestyle?

Digital Freestyle ist mein Name für die Art, wie ich Digitalisierung angehe: ohne Lastenheft und ohne Auftrag anfangen, im laufenden Betrieb bauen und an der Wirklichkeit korrigieren, statt monatelang abzustimmen. Der Ablauf ist immer derselbe: beobachten, den Engpass in Zahlen benennen, einen lauffähigen Prototyp bauen, ihn in Betrieb nehmen und nachschärfen. Freestyle bezieht sich auf den Start ohne Vorlage, nicht auf das Vorgehen: Die Inventur-App der cetrac GmbH ist so entstanden, ebenso die Rechner-Produktlinie EasyFlow und die Katalog-Pipeline.

Was heißt Digitalisierung bei Ihnen konkret?

Dass ein Ablauf danach schneller, nachvollziehbarer und weniger fehleranfällig ist als davor, und dass die Daten dort landen, wo sie gebraucht werden. Nicht der Kauf einer Software, sondern die Veränderung des Ablaufs. Ein Beispiel: Aus einer jährlichen Papierinventur wurde bei der cetrac GmbH eine laufende Bestandsführung, weil die Zählung auf dem Handy passiert und die Zahlen direkt ins Warenwirtschaftssystem gehen.

Arbeiten Sie nur auf Zuruf oder bringen Sie eigene Vorschläge mit?

Beides, der Schwerpunkt liegt aber auf eigenen Vorschlägen. Die meisten Projekte, die ich vorzeigen kann, hat niemand beauftragt: Die Inventur-App, die Rechner-Produktlinie EasyFlow und die Katalog-Pipeline sind entstanden, weil mir im laufenden Betrieb aufgefallen ist, wo Zeit verloren geht.

Wie lange dauert ein erstes Ergebnis?

Ich arbeite auf einen lauffähigen Prototyp hin, nicht auf ein Konzeptpapier. Je nach Umfang liegt zwischen dem ersten Gespräch und etwas Benutzbarem meist eine Sache von Wochen, nicht von Quartalen. Erst wenn der Prototyp im Alltag besteht, wird ausgebaut.

Brauche ich dafür neue Hardware oder ein neues System?

In der Regel nicht. Die Inventur-App läuft auf den Diensthandys, die ohnehin da sind, es musste kein einziges Handgerät gekauft werden. Bestehende Systeme werden angebunden statt ersetzt, solange sie ihren Zweck erfüllen.

Was passiert mit dem bestehenden Warenwirtschaftssystem?

Es bleibt, wenn es tragfähig ist, und bekommt saubere Schnittstellen. Wo Datenmodell oder Abläufe im Weg stehen, wird umgebaut statt ersetzt. Entscheidend ist, dass Bestand, Artikel und Anfragen nicht mehr an mehreren Stellen doppelt gepflegt werden.

Setzen Sie KI ein, und wofür genau?

Ja, als Werkzeug für wiederkehrende Arbeit: Recherche, Textproduktion in mehreren Sprachen, Datenaufbereitung und die Kontrolle der eigenen Ergebnisse. Entschieden wird von Menschen. KI ersetzt bei mir keine Fachlichkeit, sie macht die Vorarbeit, die sonst niemand schafft.

In welchen Sprachen arbeiten Sie?

Trilingual auf Spanisch, Deutsch und Englisch. Für internationale Projekte heißt das Landes-Adaption statt wörtlicher Übersetzung, mit eigener Keyword-Recherche je Zielmarkt. Für cetrac.com habe ich sieben Sprachversionen im Alleingang aufgesetzt.

Sie stehen vor einer ähnlichen Aufgabe? Erzählen Sie mir davon. Ich bin offen für Projekte, in denen genau das gefragt ist.

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