Fälle
Woran ich das gelernt habe
Daimler AG // Global Services and Parts // 2012 bis 2020
Coming Home: Kunden zurückholen, die längst woanders kaufen
Ein wachsender Teil der Ersatzteile wurde nicht mehr beim Hersteller gekauft, sondern als Nachbau oder aus nicht lizenzierten Quellen. Das ist mehr als ein Umsatzthema: Bei sicherheitsrelevanten Teilen hängen Haftung, Gewährleistung und am Ende das Vertrauen in die Marke daran. Gleichzeitig lässt sich niemand mit dem Argument zurückholen, er kaufe beim Falschen. Coming Home lief deshalb über den Nachweis des Unterschieds statt über den erhobenen Zeigefinger: sichtbar machen, was ein Originalteil ausmacht, und den Weg zurück zur Vertragswerkstatt so einfach wie möglich gestalten. Über acht Jahre hinweg, in einem international ausgerollten Programm.
Mein Anteil: Konzept, Kreation und die gestalterische Ausarbeitung des Relaunch-Konzepts, dazu Visual-, Screen- und Motiondesign. Als freiberuflicher Visualdesigner über die alt/cramer change factory.
Filialhandel // Markenangleichung // 2013 bis 2014
Eine Marke von innen vorbereiten
Bevor ein eingeführter Markenname im Handel gewechselt werden kann, muss die Organisation dahinter bereits die neue Marke sein. Sonst wechselt nur das Schild. Beim Dänischen Bettenlager, das in anderen Märkten längst JYSK hieß, lag die Arbeit deshalb Jahre vor der öffentlichen Umbenennung und fast vollständig im Inneren: Sortiment und Produktpalette an den internationalen Standard angleichen, eine Informationsarchitektur bauen, die Sortiment, Filialen und Zuständigkeiten in eine gemeinsame Ordnung bringt, Mitarbeitermagazine aufsetzen, die zeigen, wer in welcher Filiale woran arbeitet, dazu Motivations- und Auszubildendenkampagnen. Zusätzlich musste Vertrauen zurückgewonnen werden, innen wie außen. Der Grund, warum das nötig war, gehört nicht auf diese Seite, die Erkenntnis daraus schon: Eine Belegschaft, die stolz auf ihren Arbeitgeber ist, trägt eine Marke weiter als jede Kampagne.
Mein Anteil: komplette Art Direction und Informationsarchitektur, einschließlich der gestalterischen Ausarbeitung des Relaunch-Konzepts. Als freiberuflicher Visualdesigner über die alt/cramer change factory.
Deutsches Institut für Normung // Intranet // 2012 bis 2013
Ordnung nach innen, für eine Organisation, die Ordnung definiert
Das Deutsche Institut für Normung legt fest, wie Dinge einheitlich gemacht werden. Nach innen folgt daraus nicht automatisch dasselbe: In einer gewachsenen Organisation liegt Wissen verteilt, und was der Nachbarbereich eigentlich beiträgt, weiß man dort oft nicht. Die Aufgabe war entsprechend nicht technisch, sondern kommunikativ: interne Kommunikation, Stakeholder Care sowie Motivation und Ansehen der Organisation bei den eigenen Leuten. Das Intranet wurde dafür das Rückgrat, eine gemeinsame Anlaufstelle für alle Mitarbeitenden, flankiert von Maßnahmen, die den Beitrag der einzelnen Bereiche sichtbar machen. Wer sieht, woran die anderen arbeiten, erklärt die eigene Organisation nach außen besser.
Mein Anteil: Art Direction und Informationsarchitektur. Als freiberuflicher Visualdesigner über die alt/cramer change factory.
Systemgastronomie // Reputation nach einem Werbefehler
Wenn der Vorwurf zutrifft
Eine Restaurantkette warb mit einem Motiv, dessen Text eine Bevölkerungsgruppe herabsetzte. Es war kein Missverständnis und keine unglücklich gewählte Formulierung, sondern eine Aussage, die genau so gemeint war, wie sie ankam. Die Reaktion fiel entsprechend aus und schlug unmittelbar auf die Umsätze durch. Die Kampagne stammte nicht von uns, wir kamen danach. Die erste Erkenntnis war die unbequemste: Wo der Vorwurf zutrifft, verlängert jede Erklärung nur die Geschichte. Es hilft allein, ihn anzuerkennen und danach etwas zu tun, das keine weitere Kampagne ist. Die Strategie setzte deshalb auf überprüfbare Substanz statt auf Kommunikation über den Vorfall: Bioanbau, Herkunft und Nachhaltigkeit als tatsächlich veränderte Praxis, und erst darüber wieder Kommunikation. Eine Entschuldigung wirkt nur, wenn ihr etwas folgt, das man nachprüfen kann.
Mein Anteil: Konzeption der Reputationsstrategie im Team der alt/cramer change factory.
Diese Projekte sind über die alt/cramer change factory entstanden, wo ich als freiberuflicher Visualdesigner in Konzeption, Visual- und Screendesign sowie Motiondesign, mit der gestalterischen Ausarbeitung der Relaunch-Konzepte gearbeitet habe. Aus derselben Zeit stammen Projekte für diese Auftraggeber, bestätigt durch ein Referenzschreiben der Agentur, das ich auf Anfrage vorlege.
Daimler AG
Dänisches Bettenlager
Deutsches Institut für Normung e.V.
Heckler & Koch
Burda
KARSTADT
Merlin Entertainment